Klaus Aschenbrenner

1932 in Böhmisch-Leipa geboren

1952 Abitur

danach Studium der Naturwissenschaften

bis 1994 im Schuldienst

daneben 25 jahre Volkshochschuldozent

jahrelang Leiter einer Volkssternwarte

über 20 Jahre Jurymitglied beim Landeswettbewerb "Jugend forscht"


Bisherige Publikationen :


Blick zu den Sternen, Otto Salle Verlag, Frankfurt a.M., Hamburg 1962

Die Antiliden, Universitas Verlag, München 1993

Der Geist des Universums, König Verlag, Greiz 1999

Das neue Bild von Atlantis, 3. Aufl., König Verlag, Greiz 2010

verschiedene Aufsätze

neu 2011 :

Gizeh und die erste Hochkultur

neu 2012 :

Lag Atlantis auf den Azoren?



Impressum :

Klaus Aschenbrenner, Bremthaler Str. 41, 65207 Wiesbaden

E-mail : g+k.aschenbrenner@online.de

Internet : www.klaus-aschenbrenner.de







Lag Atlantis auf den Azoren?

Warum eigentlich nicht? Ich selbst hielt eine Zeitlang diesen Inselkomplex als Sitz der Atlantiden .für möglich.befindet er sich doch auf der geologisch aktivsten Stelle des Atlantischen Rückens. Weshalb sollte es da nicht ausgelöst durch den Einschlag eines Asteroiden oder Kometen vor einigen Jahrtausenden zu einer ungewöhnlich starken vulkanischen Tätigkeit gekommen sein, dieletzlich Atlantis mit in die Tiefe riß?

Aber inzwischen gibt es eine Reihe von Argumenten, die eindeutig gegen diese Hypothese sprechen. Einen ersten gewichtigen Hinweis gibt uns die Azoreninsel Santa Maria. Sie besteht nicht nur im wesentlichen aus tertiärem Sedimentgestein, sondern birgt auch zahlreiche Meeresfossilien. Deren Alter beträgt fünf Millionen Jahre. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt lag Santa Maria unter der Wasseroberfläche. Später wurde diese Insel offensichtlich auf ihr heutiges Niveau angehoben.

Ein Hauptargument gegen die Verknüpfung von Atlantis mit den Azoren liefert eine genaue Seekarte dieser Region. Sie zeigt nämlich, dass sich nicht nur rings um die Azoren ein kilometertiefer Abgrund auftut, sondern dass auch zwischen den einzelnen Azoreninseln zahlreiche über 2000 Meter tiefe Bereiche existieren, während unmittelbar angrenzende Stellen nur wenige hundert Meter unter der Wasseroberfläche liegen. Dies ist, wie man heute weiß, nicht das Ergebnis einer einmaligen Katastrophe sondern im Laufe von Jahrmillionen durch immer neue Vulkanausbrüche entstanden. Befände sich der gesamte Azorenkomplex heute über Wasser, sähen wir ein zerklüftetes Hochgebirge vor uns. Nach einer von Platon beschriebenen großen Ebene suchten wir vergeblich.

An dieser Stelle sei daher die Frage erlaubt: Welches Großreich würde versuchen, sich inmitten einer derart unwirtlichen Landschaft anzusiedeln, wenn es doch so viele vom Klima begünstigte Ebenen an anderen Stellen der Erde gibt? Zumal bereits vor zwölf- bis zehntausend Jahren in Kleinasien im sogenannten "Fruchtbaren Halbmond" Landwirtschaft und Viehzucht ihre Anfänge nahmen. Warum sollten dann die Atlantisbewohner in mehr als 6000 Kilometer Entfernung von diesen aufblühenden Kulturen mühsam ihr Dasein bewältigen, ganz ohne fruchtbare Landflächen? Und ohne jegliche Bodenschätze, da weder vulkanisches Gestein noch Sedimentgestein der Azoren diese liefern konnten. Als einzige Ernährungsquelle wären eventuell Weidetiere in Frage gekommen, importiert aus dem fernen östlichen Mittelmeerraum. Nahrungsgüter und Erze konnten nur auf dem extrem langen Seeweg herbeigeschafft werden. Dies aber setzt eine umfangreiche Flotte seetüchtiger Schiffe voraus, zu deren Bau man riesige Holzmengen aus ausgedehnten Wäldern benötigt. Diese standen jedoch in dem vulkanischen Hochgebirge der Azoren wohl kaum zur Verfügung. Wir sehen also, die Azoren konnten einem Großreich einzig und allein nur Nachteile bieten.

Schließlich deutet manches darauf hin, dass Platon beziehungsweise die ägyptischen Priester von Sais zwei Ereignisse miteinander vermischt haben: das Reich und die Kriege einer bronzezeitlichen Großmacht mit dem Untergang einer Jahrtausende alten Hochkultur. Dabei dürfte es sich bei der Zeitangabe von 9000 Jahren nur um eine mündlich überlieferte Schätzung handeln, da es keinen Hinweis auf so frühe exakte Zeitaufzeichnungen gibt.

Nicht zuletzt müssen wir nach dem Ursprung der Atlantisbewohner fragen. Wo liegt eigentlich ihre ursprüngliche Heimat? Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand entwickelten sich die frühesten Hochkulturen in Kleinasien. Dort gräbt man seit einiger Zeit erstaunlich große Tempelanlagen aus, die bereits vor 13 000 Jahren entstanden, sowie aus Stein errichtete Siedlungen mit einem Alter von mehr als 11 000 Jahren. In Gizeh dürften der Sphinx und die aus gewaltigen Steinquadern erbauten Tempel ein vergleichbares Alter besitzen. Wer die Baumeister jener uralten Monumente waren, ist allerdings bis heute unbekannt. Sind diese ersten Bauwerke womöglich konkrete Erinnerungen an Atlantis, während die eigentlichen Wohnsiedlungen der Atlantiden infolge einer kosmischen Katastophe im Mittelmeer versunken sind? Vielleicht gelingt es ja mit Hilfe moderner Verfahren der Altersbestimmung und ausführlichen Untersuchungen der Flachwasserzonen des Mittelmeers einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen. welche erstaunlichen Erfolge heute möglich sind, läßt sich am Beispiel der Seevölker erkennen,auf die sich wahrscheinlich Platon in seinen Atlantisschilderungen bezog. Bislang wurde der Ursprung jener Seevölker im mittleren Europa vermutet. Umstritten war lediglich, ob sie auf dem Land- oder Seeweg ins Mittelmeer gelangten. Als man inzwischen ihre erhalten gebliebenen Waffen und Helme einer Isotopenanalyse unterzog, stellte es sich heraus, dass deren Herstellung im heutigen Italien erfolgte. Dies bedeutet, die Heimat der Seevölker lag offensichtlich im Mittelmeerraum. Einen ähnlichen Erfolg könnten kompetente Wissenschaftler erzielen, wenn sie versuchten, mit der "Optisch stimulierten Lumineszenz-Methode" den Zeitpunkt zu ermitteln, an dem die mächtigen Granitblöcke in die Monumente von Gizeh eingebaut wurden.